Grüezi 50+

DISTANCE LEARNING

Am 10. November 2020 durfte der Schweizerische Arbeitnehmerverband 50Plus (SAVE 50Plus Schweiz) erneut den jungen Studierenden der Fachhochschule für Soziale Arbeit (FHNW) ein Schulungsreferat vortragen. Daniel G. Neugart, Referent und Dozent, sowie ehrenamtlicher Gründungspräsident und Geschäftsführer des nationalen 50+Interessenverbandes SAVE 50Plus Schweiz wurde kurzfristig gebeten, zusätzlich auch seine eigenen Erfahrungen als direktbetroffener Sozialhilfeempfänger der Sozialhilfe Basel-Stadt miteinzubringen.

Grund dafür war die spezielle und zufällige Begebenheit, dass der Amtsleiter der Sozialhilfe Basel-Stadt, Herr Rudolf Illes, vor ein paar wenigen Tagen an der gleichen Fachhochschule und vor den gleichen Studierenden das Engagement seiner Institution zum Besten gab. Diese Gelegenheit hat Daniel G. Neugart(58) wahrgenommen und offenbarte aus der entgegengesetzten Perspektive, aus der Sicht der eigenen Betroffenheit in diesem Zusammenhang, seine persönliche, schwierige Lebenssituation als Sozialhilfebezüger der Sozialhilfe Basel-Stadt. Gleichzeitig vertritt er authentisch auch die Interessen anderer Mitmenschen in seinem Alter. Seine Motivation schöpft er aus der für ihn erkennbaren Dringlichkeit für einen öffentlichen Dialog über systemische Fehler, soziale Fallen und die zunehmend stark empfundene «Enthumanisierung» (Entmenschlichung) im Umgang mit älteren Sozialhilfebezügern durch die Sozialhilfe Basel-Stadt. Betroffene müssen sozialhiferechtlich davor geschützt werden und brauchen deshalb generell und zwingend die Möglichkeit einer kostenlosen, neutralen Rechtsberatung und einer unabhängigen psychologischen Betreuung. Ansonsten sind Betroffene der individuellen und zum Teil willkürlichen Auslegung der Empfehlungen von SKOS-Richtlinien wehrlos ausgeliefert.

Wenn Irren amtlich wird – Wir kennen Ihre Rechte

«Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen», steht am Anfang der Bundesverfassung. Die Unabhängige Fachstelle für Sozialhilferecht UFS setzt sich für die Umsetzung dieser Worte ein. Die UFS berät, begleitet und vertritt Armutsbetroffene kostenlos bei Anliegen zur Sozialhilfe. Die UFS ist ein gemeinnütziger Verein und erhält keine staatliche Unterstützung. Die Finanzierung erfolgt über Spenden und Mitgliederbeiträge. www.sozialberatung.ch

Die einzige Institution der Schweiz, die sich unentgeltlich für die Rechte der Sozalhilfebezüger einsetzt.

SAVE 50Plus Schweiz fordert:

  • Zahlbare Sozialwohnungen!
  • Kostenlose, nachweislich neutrale, sozialrechtliche Beratung!
  • Kostenlose, nachweislich neutrale, psychologisch Betreuung!

Es gibt absolut keinen Grund diesen Forderungen nicht sofort Rechnung zu tragen!

Nationale 50+Sensibilisierungskampagne

“Vorurteile abbauen, Vertrauen aufbauen!” das ist der Sinn unseres Engagements. Im Rahmen unserer Kampagne werden alternative arbeitsmarktliche Massnahmen (My Way 50Plus – Integratives Selbstmarketing) und Referate, Lehraufträge an der Fachhochschule für Soziale Arbeit (FHNW), sowie persönliche Beratungen und Medienarbeit umgesetzt. Wir setzten uns für die ältere Generation in der modernen Arbeitswelt ein und streben den altersneutralen Arbeitsmarkt an.

ARBEIT ALTER ARMUT – Der soziale Verlustprozess (Grafik zum Thema)

Videokonferenz

ARBEIT ALTER ARMUT – Der soziale Verlustprozess

Wegen der Corona-Pandemie wurde dieser wiederkehrende Lehrauftrag der Fachhochschule für Soziale Arbeit(FHNW) zum ersten Mal in Form einer Videokonferenz umgesetzt und aufgenommen, um die Inhalte auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine erneute Innovation unseres Verbandes. Interessierte finden nachfolgend ein informatives Dossier zum Schulungsreferat. Die Videokonferenz dauert 2 Stunden. Wir alle haben wegen der Corona-Pandemie viel Zeit. Nehmen Sie sich die Zeit. Sie erfahren von Zusammenhängen und lernen die Meinung der jungen Studierenden kennen. Was können wir jetzt tun für eine bessere Zukunft? Wie soll es weitergehen nach Corona?

Helfen Sie mitzudenken und zu handeln. Nehmen Sie sich Zeit für dieses Video.

Aufgaben

Nachfolgend noch die Ausarbeitung von 2 Aufgaben während des Schulungsreferats:

Wie fühlt sich ein älterer Mensch in den verschiedenen Verlustprozessphasen?
Welche Stichworte kommen dir in den Sinn im Zusammenhang mit Armut?

Verlaufsachse

Dr. Christoph Mattes

Dr. Christoph Mattes, Dozent Fachhochschule für Soziale Arbeit FHNW

«SAVE 50Plus Schweiz führte im Frühling 2020 das erste E-Learning für unsere Studierenden an der Fachhochschule für Soziale Arbeit(FHNW) durch als wir wegen der Coronakrise über Nacht auf Distance-Learning umstellen mussten.»

Daniel G. Neugart

Daniel G. Neugart, ehrenamtlicher Gründungspräsident und Geschäftsführer SAVE 50Plus Schweiz

«Seit dem Jahre 2002 beschäftigt mich das Thema Arbeitsmarkt50+ und im Jahre 2012 habe ich mich entschlossen eine Organisation zu gründen, die älteren Arbeitnehmenden und Stellensuchenden hilft bis zur Rente im Arbeitsmarkt zu bleiben oder wieder zurückzufinden. Am 25. November 2013 war es dann soweit. Mit einer handvoll älterer Stellensuchender gründete ich im Bahnhofbuffet Olten unseren Verein, der heute mit über 2000 Mitgliedern in allen Kantonen der Schweiz vertreten ist. Alle meine finanziellen Mittel, die ich mir während diesen vielen Jahren erarbeitete habe, liess ich in die Planung, Umsetzung und Weiterbildung für das Projekt SAVE 50Plus Schweiz einfliessen, bis ich mich selbst bei der Sozialhilfe Basel-Stadt anmelden musste. Ich hätte nie gedacht, dass mir so wenig Unterstützung und sogar offensichtliches Desinteresse der öffentlichen Institutionen entgegenschlägt. Doch das Blatt hat sich bereits gewendet und die Corona-Pandemie gibt durch den entstehenden Druck auf die Politik und die Wirtschaft sogar ein wenig Rückenwind.

Ein gut durchdachtes 50Plus-Pilotprojekt für über 55-Jährige wurde von mir bereits im Jahre 2018 der Sozialhilfe Basel-Stadt angeboten. Doch es wurde abgelehnt. Genau von diesem am Anfang erwähnten Amtsleiter Rudolf Illes von der Sozialhilfe Basel-Stadt. Das führte bei mir zu einem Nervenzusammenbruch von dem ich mich bis heute nie mehr richtig erholen konnte. Trotzdem versuche ich mit aller Kraft, das Thema Arbeitsmarkt50+ voranzubringen. Die unzähligen wertvollen Begegnungen mit so vielen interessanten Menschen, die sich in dieser sich rasend schnell verändernden Arbeitswelt oft verloren und verlassen fühlen geben mir die Kraft nicht aufzugeben.»

Ein Mensch ist nicht zu teuer, ein Mensch ist unbezahlbar!

In diesem Sinne, herzliche Grüsse und bleiben Sie gesund.

Daniel G. Neugart

AM LOGO Web SAVE

Wir sind an deinem Kommentar interessiert